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<title>Kyberiade</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Kyberiade</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Kyberiade</b> (Originaltitel <b>Cyberiada</b>) ist ein Zyklus von fünfzehn Erzählungen des polnischen Autors <a href="Stanis%C5%82aw_Lem" title="Stanisław Lem">Stanisław Lem</a>, die vom Ende der 1950er bis zum Anfang der 1970er Jahre entstanden. Die Erzählungen der Kyberiade spielen in einem zukünftigen, <a href="Kybernetik" title="Kybernetik">kybernetischen</a> Zeitalter. In eigentümlicher Verbindung der literarischen Gattungen <a href="M%C3%A4rchen" title="Märchen">Märchen</a> und <a href="Science-Fiction" title="Science-Fiction">Science-Fiction</a> werden die abenteuerlichen Taten und Reisen des Konstrukteurduos <i>Klapauzius</i> und <i>Trurl</i> in einem vorwiegend von <a href="Roboter" title="Roboter">Robotern</a> bevölkerten Kosmos geschildert. Die zentralen Themen der in einem heroisch-komischen Ton gehaltenen philosophischen Fabeln sind die Auseinandersetzung und die Vermischung von <a href="Ethik" title="Ethik">Ethik</a> und <a href="Technik" title="Technik">Technik</a> sowie das Scheitern eines damit verbundenen <a href="Das_Absolute" title="Das Absolute">absoluten</a> <a href="Fortschritt" title="Fortschritt">Fortschrittsglaubens</a>.
</p><p>Die Kyberiade gehört zu den populärsten und auch von der Kritik am meisten gelobten Werken Lems, die vier ersten Auflagen in polnischer Sprache allein erreichten 110.000 Exemplare. Lem selbst wünschte, dass sie vor allen anderen seiner Schriften ihn überleben möge.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Umfeld_und_Hintergrund">Umfeld und Hintergrund</h2></div>
<p>Die Kyberiade ist sowohl ein technikkritisches als auch ein literarisches Werk. Der Titel selbst weist darauf hin. Er ist eine Zusammensetzung aus dem Wort <a href="Kybernetik" title="Kybernetik">Kybernetik</a>, der Wissenschaft, die hinter der Konstruktion und Steuerung komplexer technologischer Systeme steht, und der Endung <i>-ade</i> (vgl. <a href="Robinsonade" title="Robinsonade">Robinsonade</a> oder <a href="Ilias" title="Ilias">Iliade</a>), mit der die breit angelegte <a href="Narrativit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Narrativität">narrative</a> Umsetzung eines Begriffs gekennzeichnet wird.
</p><p>Auf der sprachlich-literarischen Ebene ist die Kyberiade eine höchst originelle Neuschöpfung. Sie verbindet zwei Konventionen der Phantastik, das Märchen und die Science-Fiction, und amalgamiert dabei deren Erzähl<a href="Konvention" title="Konvention">konventionen</a> und <a href="Wortfeld" title="Wortfeld">Wortfelder</a>. Ihre Welt ist nur scheinbar eine physikalisch beherrschte. Zwar können Trurl und Klapauzius alles konstruieren, doch folgen die Objekte am Ende sprachlichen und nicht technischen Prinzipien. Die Kyberiade <a href="Parodie" title="Parodie">parodiert</a> zudem die philosophische Fabel im Stil Voltaires und ahmt die orientalische Schachtelerzählung nach. Die Roboter kämpfen mit den gleichen Alltagsproblemen oder individuellen Defiziten wie der Mensch, d. h. Habgier, Dummheit, Herrschsucht, und sind dabei keineswegs erfolgreicher oder fortschrittlicher geworden; in auffälliger Weise schließt die Kyberiade an die polnische <a href="Barock" title="Barock">Barockkultur</a> des 17. Jahrhunderts an und spielt wiederholt in <a href="Feudalismus" title="Feudalismus">feudal</a> strukturierten Welten. Die Schaffung oder Verbesserung von Welten endet ergebnislos oder misslingt.
</p><p>Das unmittelbare literarische Umfeld der Kyberiade bildete die nur schwach entwickelte Tradition der polnischen Science-Fiction und der wissenschaftlichen <a href="Phantastik" title="Phantastik">Phantastik</a>. Zudem blieb die <a href="Futurologie" class="mw-redirect" title="Futurologie">futurologische</a> Reflexion anhand von <a href="Utopie" title="Utopie">Utopien</a> oder <a href="Dystopie" title="Dystopie">Dystopien</a> durch die verschärfte <a href="Stalinismus" title="Stalinismus">stalinistische</a> Repression seit 1948/49 sehr begrenzt, erst das <a href="Tauwetter-Periode" title="Tauwetter-Periode">Tauwetter</a> ab 1956 erlaubte ein weitergehendes Ausloten des Verhältnisses von Technik und Gesellschaft wie auch formale Freiheiten, die über die Konventionen des <a href="Sozialistischer_Realismus" title="Sozialistischer Realismus">sozialistischen Realismus</a> hinausgingen. Die 1957 erstmals erschienenen <a href="Sterntageb%C3%BCcher" title="Sterntagebücher">Sterntagebücher</a> – eigentlich <a href="Karl_Friedrich_Hieronymus_von_M%C3%BCnchhausen" class="mw-redirect" title="Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen">Münchhauseniaden</a> – eines Weltraumfahrers namens <i>Ijon Tichy</i> zeigen aufgrund ihrer Sprachspielereien und parodistischen Inhalte bereits auffällige Ähnlichkeiten mit der Kyberiade. Diese ist auch eng mit den nur wenig älteren <a href="Roboterm%C3%A4rchen" title="Robotermärchen">Robotermärchen</a> verwandt, in denen jedoch die beiden oben erwähnten Protagonisten nicht auftreten und wo die Gattung <i>Märchen</i> viel stärker zum Tragen kommt.
</p><p>Gesellschaftlich und technisch war diese Zeit von einem bis in die 1970er Jahre anhaltenden Fortschrittsglauben geprägt, der sich nicht zuletzt mit den ersten „<a href="Elektronengehirn" class="mw-redirect" title="Elektronengehirn">Elektronengehirnen</a>“ und der beginnenden <a href="Raumfahrt" title="Raumfahrt">Raumfahrt</a> verband. Einen Schlüsselbegriff bildete dabei die Kybernetik, die erst in den 1940er Jahren durch den Zusammenzug verschiedener Disziplinen wie Nachrichtenübertragung, Regelung, Entscheidungs- und <a href="Spieltheorie" title="Spieltheorie">Spieltheorie</a> und <a href="Statistische_Mechanik" title="Statistische Mechanik">statistische Mechanik</a> entstanden war. Sie war zur Zeit der Abfassung der Kyberiade eine sehr junge Wissenschaft, mit der sich die Vorstellung allseitiger technischer <a href="Machbarkeit" title="Machbarkeit">Machbarkeit</a> innig verband, wie sie sich etwa in den um 1950 erschienenen Werken <i>Computing Machinery and Intelligence</i> von <a href="Alan_Turing" title="Alan Turing">Alan Turing</a>, <i>Cybernetics or Control and Communication in the Animal and the Machine</i> und <i>The Human Use of Human Beings</i> von <a href="Norbert_Wiener" title="Norbert Wiener">Norbert Wiener</a> und <i>I, Robot</i> von <a href="Isaac_Asimov" title="Isaac Asimov">Isaac Asimov</a> teilweise widerspiegelte. Lem beschäftigte sich mit diesen Werken. Er selbst lernte anhand der <i>Cybernetics</i> Englisch. Kritisch mit dieser Hoffnung, die Probleme und Auseinandersetzungen der menschlichen Gesellschaft durch zukünftige, besonders durch technische Entwicklungen lösen zu können, befasste sich Lem bereits in seiner technik-philosophischen Schrift <a href="Summa_technologiae" title="Summa technologiae">Summa technologiae</a> aus der Mitte der 1960er Jahre und setzte in der Kyberiade zahlreiche dort entwickelte Gedanken und Modelle erzählerisch um.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<p>Die Kyberiade besteht aus fünfzehn Kurzgeschichten, die zwischen 1957 und 1971 entstanden sind. Eine erste Teilausgabe auf Polnisch erschien 1964, auf Deutsch 1969 (vollständig 1983). Eine sechzehnte Geschichte, <i>Die demographische Implosion,</i> als Traktat über die Probleme der Überbevölkerung aus dem Jahr 1985 fällt inhaltlich und stilistisch aus dem Rahmen der originalen Kyberiade.
</p><p>Die Geschichten können in drei Gruppen eingeteilt werden: Verständigung mit anderen Maschinen (1, 2, 3, 5), Forschungsreisen zu anderen (maschinellen) Zivilisationen (4, 6 bis 12) und die Schaffung oder Verbesserung von Welten (14 und 15). Die dreizehnte Geschichte fällt als Schachtelgeschichte unter alle drei Kategorien.
</p>
<ol><li><i>Wie die Welt noch einmal davon kam</i> – Trurl baut eine Maschine, die alles erschaffen kann, was mit dem Buchstaben „N“ beginnt. Als Klapauzius und Trurl sich über die Fähigkeiten der Maschine streiten, wird dieser befohlen, „<a href="Nichts" title="Nichts">Nichts</a>“ herzustellen, woraufhin diese beginnt, das <a href="Universum" title="Universum">Universum</a> zu leeren. Nachdem die Katastrophe gestoppt werden kann und alle Versuche scheitern, Maschinen zu bauen, die Dinge mit einem anderen Anfangsbuchstaben als „N“ schaffen könnten, bleibt die Welt von <a href="Schwarzes_Loch" title="Schwarzes Loch">Schwarzen Löchern</a> durchschossen.</li>
<li><i>Trurls Maschine</i> – Trurl baut eine riesige vernunftbegabte Maschine. Als er sie testen will und fragt, was zwei und zwei ergeben, antwortet diese mit „sieben“. Trurl holt Klapauzius zur Unterstützung, um die Maschine zu reparieren, doch diese beharrt stur auf ihrer Meinung. Die Auseinandersetzung eskaliert und die Maschine reißt sich los und zieht sengend und brennend durch das Land. Trurl und Klapauzius können die Maschine zerstören, ihr letztes Wort ist „sieben“.</li>
<li><i>Die Tracht Prügel</i> – Trurl schenkt Klapauzius eine Maschine zur Erfüllung aller Wünsche, in der er jedoch selber steckt, um seinen Freund und Rivalen auszuspionieren. Klapauzius merkt die Verkleidung und wünscht sich einen „Trurl“, worauf derselbe vor Klapauzius treten muss und von diesem als seelenloses <a href="Nachbildung" title="Nachbildung">Replikat</a> verprügelt wird. Klapauzius lässt Trurl entkommen, der nun überall das schlechte Verhalten Klapauzius’ beschimpft, die Klugheit seiner entwischten Kopie lobt und dafür Bewunderung erhält.</li>
<li><i>Die erste Reise oder die Falle des Gargancjan</i> – Trurl und Klapauzius gehen nach ihrer Diplomierung auf die traditionelle Walz, um ihre Dienste fernen Völkern anzubieten. Auf einem Planeten mit zwei feindlichen Reichen tritt jeder in den Dienst eines Königs, nachdem sie sich versprochen haben, das „Verfahren des Gargancjan“ anzuwenden. Sie lassen riesige, logisch und intellektuell miteinander <a href="Netzwerk" title="Netzwerk">vernetzte</a> Heere aufstellen. Als die Armeen aufeinander treffen, kommt es zur Kulmination des Bewusstseins, und alles Militärische wandelt sich ins Zivile, weil der Kosmos als solcher absolut zivil ist.</li>
<li><i>Die Reise Eins A oder Trurls Elektrobarde</i> – Trurl baut eine Maschine, die makellose <a href="Lyrik" title="Lyrik">Lyrik</a> produzieren soll. Nach einigen missglückten Versuchen und dem Durchlaufen der ganzen Stilgeschichte der Lyrik ist die Maschine so erfolgreich in allen traditionellen und avantgardistischen Genres, dass das ganze Universum in Verzückung gerät. Trurl, der die Stromrechnung nicht mehr bezahlen kann, aber wegen des poetischen Flehens der Maschine unfähig ist, diese abzustellen, versetzt sie weit ins Weltall und schließt sie an Sternriesen an, sodass sie nun in Form gigantischer <a href="Protuberanz" title="Protuberanz">Protuberanzen</a> die größte Dichtung überhaupt schafft.</li>
<li><i>Die zweite Reise oder König Grausams Angebot</i> – Trurl und Klapauzius müssen für einen absolutistisch herrschenden König ein Ungeheuer bauen, das dieser auf der Jagd erlegen will. Sollte ihm das gelingen, droht ihnen der Tod wie allen gescheiterten Konstrukteuren davor. Trurl und Klapauzius gelingt es, den König zu überlisten, indem sie die militante Auseinandersetzung in eine gesellschaftliche verwandeln; anstatt einen letztlich aussichtslosen Kampf zu wagen, erschaffen sie drei Polizisten, die den König in Gewahrsam nehmen. Niemand im königlichen Jagdtross leistet Widerstand, weil die Höflinge und der Herrscher selbst gegenüber der in Uniformen verkörperten <a href="Staatsgewalt" title="Staatsgewalt">Staatsgewalt</a> nur Unterwürfigkeit kennen.</li>
<li><i>Die dritte Reise oder von den Drachen der Wahrscheinlichkeit</i> – Wegen einer von Trurl gebauten <a href="Wahrscheinlichkeit" title="Wahrscheinlichkeit">Wahrscheinlichkeitsmaschine</a> kommt es zu einer Plage von eigentlich unmöglichen <a href="Drache_(Mythologie)" title="Drache (Mythologie)">Drachen</a>, die die beiden Konstrukteure auch gleich beseitigen müssen. Klapauzius entdeckt, dass einer der Drachen Trurl selbst ist, der damit Lohn, um den er geprellt worden ist, als Drachentribut einzieht, was sich aber als ziemliche Plackerei wegen des unablässigen Schleppens von Goldsäcken entpuppt.</li>
<li><i>Die vierte Reise oder wie Trurl ein Femmefatalotron baute, um Prinz Bellamor von Liebesqualen zu erlösen, und wie es danach zum Babybombardement kam</i> – Trurl versucht ohne Erfolg, einen in die Prinzessin des benachbarten, aber verfeindeten Königreiches verliebten Kronprinzen mittels <a href="Erotik" title="Erotik">erotischer</a> Apparaturen von seiner Leidenschaft zu kurieren. Um die Heirat der beiden dennoch zu erzwingen, lässt er das andere Reich mit Kleinkindern bombardieren, bis dessen König nachgibt.</li>
<li><i>Die fünfte Reise oder die Possen des Königs Balerion</i> – Trurl und Klapauzius kommen zu dem narrenhaften König Balerion, der sich das beste Versteck der Welt wünscht. Darauf präsentieren sie ihm ein Gerät, das die Persönlichkeiten anwesender Leute austauscht. Balerion schlüpft in den Körper Trurls, und umgekehrt, und springt davon. Nach zahlreichen <a href="Pers%C3%B6nlichkeit" title="Persönlichkeit">Persönlichkeitswechseln</a> schaffen es am Ende fast alle wieder in ihre eigenen Körper zurück, der König bleibt aber in einer <a href="Kuckucksuhr" title="Kuckucksuhr">Kuckucksuhr</a> gefangen.</li>
<li><i>Die Reise Fünf A oder wie man den berühmten Konstrukteur Trurl konsultierte</i> – Trurl hilft einem in perfekter Harmonie lebenden Volk, das von einem gigantischen, nicht mit Waffen zu beseitigenden „Ding“ geplagt wird. Er plagt es so lange mit einem <a href="B%C3%BCrokratie" title="Bürokratie">bürokratischen</a> Kleinkrieg um seine Aufenthaltsberechtigung, bis es eines Tages vor Erschöpfung verschwunden ist.</li>
<li><i>Die sechste Reise oder wie Trurl und Klapauzius einen Dämon Zweiter Ordnung schufen, um Mäuler den Räuber zu besiegen</i> – Trurl und Klapauzius erkunden eine legendär gefährliche Wüste und werden prompt von dem Räuber <i>Mäuler</i> überfallen. Dieser will aber vor allem <a href="Wissen" title="Wissen">Wissen</a>, worauf sie ihm einen <i><a href="Maxwellscher_D%C3%A4mon" title="Maxwellscher Dämon">Dämon zweiter Ordnung</a></i> schaffen, d. h. eine Maschine, die die Bewegungen der Atome in Informationsbruchstücke übersetzt und so eine <a href="Datenstrom" title="Datenstrom">Datenflut</a> allen nötigen und unnötigen Wissens produziert, den <i>Mäuler</i> von nun an, ohne seine Umwelt mehr wahrzunehmen, aufnimmt.</li>
<li><i>Die siebente Reise oder wie Trurls Vollkommenheit zum Bösen führte</i> – Trurl erschafft für einen auf einem Planetoiden exilierten König eine perfekte <a href="Miniaturwelt" class="mw-redirect" title="Miniaturwelt">Miniaturwelt</a> zum Beherrschen. Klapauzius führt Trurl vor, dass auch diese Miniaturwesen leidensfähig sind, und beide wollen Trurls Werk von der Tyrannei erlösen. Als sie am Ort eintreffen, hat sich die kleine Feudalgesellschaft dank des technischen <a href="Fortschritt" title="Fortschritt">Fortschritts</a> zu einer raumfahrenden Zivilisation weiterentwickelt. Der König wurde erneut verjagt und ins All geschossen.</li>
<li><i>Die Geschichte von den drei geschichtenerzählenden Maschinen des Königs Genius</i> – Trurl konstruiert für einen melancholischen Philosophenkönig drei Maschinen; diese erzählen eine lehrreiche Geschichte (wie Trurl den Berater eines Königs desavouiert durch angebliche Geheimbotschaften, die gar keine sind, aber als solche auf unsinnige Weise dechiffriert werden), eine witzige Geschichte (wie Trurl mehrere ineinander verschachtelte Geschichten erzählt, die letzte von einem König, der sich in der Falle ineinander verschachtelter erotischer Träume verliert und nicht mehr hinausfindet) und eine tiefgründige Geschichte (wie dank eines Zufalls aus einer Müllhalde zufällig ein <a href="Solipsismus" title="Solipsismus">solipsistischer</a> Roboter entsteht, der sich in seiner absoluten Einsamkeit für vollkommen hält und, während er wieder zerfällt und seine Sinne verliert, eine kitschige Traumwelt phantasiert – und wie der Roboter durch denselben Zufall wieder zerstört wird; und als Zugabe, wie ein völlig verkannter Philosoph Klapauzius sein Leid klagt und schließlich an einem Wutanfall stirbt). Am Ende dieser <a href="Schachtelgeschichte" title="Schachtelgeschichte">Schachtelgeschichte</a> schenkt der König, der von sich sagt, viel mehr als bloß unterhalten worden zu sein, Trurl als größtmöglichen Dank das Leben.</li>
<li><i>Altruizin oder der wahre Bericht darüber, wie der Eremit Bonhomius das universelle Glück im Kosmos schaffen wollte, und was dabei herauskam</i> – Dem Roboter Bonhomius wird von Wesen, die die maximale Stufe der Entwicklung erreicht und erkannt haben, dass sie trotz ihrer Fähigkeiten andere nicht zum Glück zwingen können, das letzte noch unerprobte Mittel <i><a href="Altruismus" title="Altruismus">Altruizin</a></i> geschenkt. Als er es auf einem Planeten ausprobiert und jeder Mensch die Gefühle seines Nächststehenden am eigenen Leib erfährt, kommt es wegen der emotionalen Überladung zum großen Chaos.</li>
<li><i>Experimenta Felicitologica</i> – Trurl versucht das künstliche <a href="Gl%C3%BCck" title="Glück">Glück</a> zu konstruieren. Doch alle seine Bemühungen – sei es am einzelnen Versuchsmodell, mittels Reihentests in der <a href="Petrischale" title="Petrischale">Petrischale</a> oder unter Zuhilfenahme einer digitalen Universität – bleiben erfolglos. Schließlich bittet er seinen alten Lehrmeister (den er dazu von den Toten erweckt und der darüber vor Wut schäumt) um Rat. Dieser hält ihm vor, dass er keinerlei Ahnung von Ethik und Philosophie habe und dass ewiges Glück per se nicht zu erreichen sei, da es ontologisch für intelligente Wesen ein Widerspruch in sich selbst ist …</li></ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Stanisław Lem: <i>Kyberiade – Fabeln zum kybernetischen Zeitalter.</i> Insel, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-458-33135-2.</li>
<li>Stanislaw Lem: <i>Der Weiße Tod. Gesammelte Robotermärchen.</i> Enthält außer der <i>Kyberiade</i> zusätzlich die <i><a href="Roboterm%C3%A4rchen" title="Robotermärchen">Robotermärchen</a>.</i> Suhrkamp, Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-518-45536-2.</li>
<li>Werner Berthel (Hrsg.): <i>Über Stanislaw Lem.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-37086-3.</li>
<li>Jerzy Jarzebski: <i>Zufall und Ordnung. Zum Werk Stanislaw Lems.</i> Übersetzung Friedrich Griese. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-518-37790-6.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Musikalische_Umsetzung">Musikalische Umsetzung</h2></div>
<ul><li><a href="Krzysztof_Meyer" title="Krzysztof Meyer">Krzysztof Meyer</a>: <i>Kyberiade.</i> Phantastische Oper in 3 Akten. 1. Fassung – UA: 1971, Polnisches Fernsehen (nur 1. Akt); 2. Fassung – UA: <a href="Wuppertaler_B%C3%BChnen" title="Wuppertaler Bühnen">Wuppertaler Bühnen</a>, Regie: <a href="Friedrich_Meyer-Oertel" title="Friedrich Meyer-Oertel">Friedrich Meyer-Oertel</a>, Inszenierung und Kostüme: <a href="Hanna_Jordan" title="Hanna Jordan">Hanna Jordan</a>, musikalische Leitung: <a href="Jean-Fran%C3%A7ois_Monnard" title="Jean-François Monnard">Jean-François Monnard</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.stanislaw-lem.de/examen/examen4.shtml">Examensarbeit von Albert Almering zur Kyberiade</a></li></ul>
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<div class="klappleiste-kopf">Werke von <a href="Stanis%C5%82aw_Lem" title="Stanisław Lem">Stanisław Lem</a></div>
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<div class="centered" style="display: table">
<p><b>Science-Fiction-Werke:</b>
1946 <span lang="pl"><i>Człowiek z Marsa</i></span> (dt. <i><a href="Der_Mensch_vom_Mars" title="Der Mensch vom Mars">Der Mensch vom Mars</a></i>, 1989) |
1951 <span lang="pl"><i>Astronauci</i></span> (dt. <i><a href="Die_Astronauten" title="Die Astronauten">Der Planet des Todes / Die Astronauten</a></i>, 1954) |
1955 <span lang="pl"><i>Obłok Magellana</i></span> (dt. <i><a href="Gast_im_Weltraum" title="Gast im Weltraum">Gast im Weltraum</a></i>, 1956) |
1957 <span lang="pl"><i>Dzienniki gwiazdowe</i></span> (dt. <i><a href="Sterntageb%C3%BCcher" title="Sterntagebücher">Sterntagebücher</a></i>, 1961) |
1959 <span lang="pl"><i>Eden</i></span> (dt. <i><a href="Eden_(Roman)" title="Eden (Roman)">Eden</a></i>, 1960) |
1961 <span lang="pl"><i>Solaris</i></span> (dt. <i><a href="Solaris_(Roman)" title="Solaris (Roman)">Solaris</a></i>, 1972) |
1961 <span lang="pl"><i>Pamiętnik znaleziony w wannie</i></span> (dt. <i><a href="Memoiren%2C_gefunden_in_der_Badewanne" title="Memoiren, gefunden in der Badewanne">Memoiren, gefunden in der Badewanne</a></i>, 1974) |
1961 <span lang="pl"><i>Powrót z gwiazd </i></span> (dt. <i><a href="Transfer_(Stanis%C5%82aw_Lem)" title="Transfer (Stanisław Lem)">Transfer / Rückkehr von den Sternen</a></i>, 1974) |
1964 <span lang="pl"><i>Niezwyciężony</i></span> (dt. <i><a href="Der_Unbesiegbare" title="Der Unbesiegbare">Der Unbesiegbare</a></i>, 1967) |
1964 <span lang="pl"><i>Bajki robotów</i></span> (dt. <i><a href="Roboterm%C3%A4rchen" title="Robotermärchen">Robotermärchen</a></i>, 1969) |
1965 <span lang="pl"><i>Cyberiada</i></span> (dt. <i><a class="mw-selflink selflink">Kyberiade</a></i>, 1983) |
1968 <span lang="pl"><i>Opowieści o pilocie Pirxie</i></span> (dt. <i><a href="Pilot_Pirx" title="Pilot Pirx">Pilot Pirx</a></i>, 1978) |
1968 <span lang="pl"><i>Głos Pana</i></span> (dt. <i><a href="Die_Stimme_des_Herrn" title="Die Stimme des Herrn">Die Stimme des Herrn</a></i>, 1981) |
1969 <span lang="pl"><i>Opowiadania</i></span> (dt. <i><a href="Nacht_und_Schimmel" title="Nacht und Schimmel">Nacht und Schimmel</a></i>, 1972) |
1971 <span lang="pl"><i>Kongres futurologiczny</i></span> (dt. <i><a href="Der_futurologische_Kongre%C3%9F" title="Der futurologische Kongreß">Der futurologische Kongreß</a></i>, 1974) |
1976 <span lang="pl"><i>Maska</i></span> (dt. <i><a href="Die_Maske_(Lem)" title="Die Maske (Lem)">Die Maske</a></i>, 1978) |
1981 <span lang="pl"><i>Golem XIV</i></span> (dt. <i><a href="Also_sprach_Golem" class="mw-redirect" title="Also sprach Golem">Also sprach Golem</a></i>, 1984) |
1982 <span lang="pl"><i>Wizja Lokalna</i></span> (dt. <i><a href="Lokaltermin_(Stanis%C5%82aw_Lem)" title="Lokaltermin (Stanisław Lem)">Lokaltermin</a></i>, 1985) |
1986 <span lang="pl"><i>Pokój na ziemi</i></span> (dt. <i><a href="Frieden_auf_Erden" title="Frieden auf Erden">Der Flop / Frieden auf Erden</a></i>, 1986) |
1987 <span lang="pl"><i>Fiasko</i></span> (dt. <i><a href="Fiasko_(Stanis%C5%82aw_Lem)" title="Fiasko (Stanisław Lem)">Fiasko</a></i>, 1986)
</p><p><b>Verschiedene:</b>
1951 <span lang="pl"><i>Jacht „Paradise“</i></span> (Theaterstück, mit Roman Hussarski) |
1955 <span lang="pl"><i>Szpital przemienienia</i></span> (dt. <i><a href="Die_Irrungen_des_Dr._Stefan_T._/_Das_Hospital_der_Verkl%C3%A4rung" title="Die Irrungen des Dr. Stefan T. / Das Hospital der Verklärung">Die Irrungen des Dr. Stefan T. / Das Hospital der Verklärung</a></i>, 1959) |
1957 <span lang="pl"><i>Dialogi</i></span> (dt. <i><a href="Dialoge_(Lem)" title="Dialoge (Lem)">Dialoge</a></i>, 1980) |
1959 <span lang="pl"><i>Śledztwo</i></span> (dt. <i><a href="Die_Untersuchung" title="Die Untersuchung">Die Untersuchung</a></i>, 1975) |
1964 <span lang="pl"><i>Summa technologiae</i></span> (dt. <i><a href="Summa_technologiae" title="Summa technologiae">Summa technologiae</a></i>, 1976) |
1968 <span lang="pl"><i>Filozofia przypadku</i></span> (dt. <i><a href="Philosophie_des_Zufalls" title="Philosophie des Zufalls">Philosophie des Zufalls</a></i>, 1983 / 1985) |
1968 <span lang="pl"><i>Wysoki Zamek</i></span> (dt. <i><a href="Das_Hohe_Schlo%C3%9F" title="Das Hohe Schloß">Das Hohe Schloß</a></i>, 1974) |
1970 <span lang="pl"><i>Fantastyka i futurologia</i></span> (dt. <i><a href="Phantastik_und_Futurologie" title="Phantastik und Futurologie">Phantastik und Futurologie</a></i>, 1977 / 1980) |
1971 <span lang="pl"><i>Doskonała próżnia</i></span> (dt. <i><a href="Die_vollkommene_Leere" title="Die vollkommene Leere">Die vollkommene Leere</a></i>, 1973; <i>Das absolute Vakuum</i>, 1984) |
1973 <span lang="pl"><i>Wielkość urojona</i></span>, (dt. <i><a href="Imagin%C3%A4re_Gr%C3%B6%C3%9Fe" title="Imaginäre Größe">Imaginäre Größe</a></i>, 1976) |
1976 <span lang="pl"><i>Katar</i></span>, (<i>dt. <a href="Der_Schnupfen" title="Der Schnupfen">Der Schnupfen</a></i> 1976) |
1978 <span lang="pl"><i>Rozprawy i szkice</i></span>, (dt. aufgeteilt auf <i><a href="Sade_und_die_Spieltheorie" title="Sade und die Spieltheorie">Sade und die Spieltheorie</a></i>, 1986; <i><a href="%C3%9Cber_au%C3%9Fersinnliche_Wahrnehmung" title="Über außersinnliche Wahrnehmung">Über außersinnliche Wahrnehmung</a></i>, 1987; <a href="Science-fiction%3A_ein_hoffnungsloser_Fall_mit_Ausnahmen" title="Science-fiction: ein hoffnungsloser Fall mit Ausnahmen">Science-fiction: ein hoffnungsloser Fall mit Ausnahmen</a>, 1987) |
1980 <span lang="pl"><i>Prowokacja</i></span>, (dt. <i><a href="Provokation_(Lem)" title="Provokation (Lem)">Provokation</a></i>, 1981) |
1983 <span lang="en"><i>One Human Minute</i></span>, (dt. <i><a href="Eine_Minute_der_Menschheit" title="Eine Minute der Menschheit">Eine Minute der Menschheit</a></i>, 1983) |
1983 <span lang="en"><i>Weapon Systems of the 21st Century or the Upside Down Evolution</i></span>, (dt. <i><a href="Waffensysteme_des_21._Jahrhunderts" title="Waffensysteme des 21. Jahrhunderts">Waffensysteme des 21. Jahrhunderts</a></i>, 1983) |
1983 <span lang="en"><i>The World as Holocaust</i></span>, (dt. <i><a href="Das_Katastrophenprinzip" title="Das Katastrophenprinzip">Das Katastrophenprinzip</a></i>, 1983) |
1992 <i><a href="Die_Vergangenheit_der_Zukunft" title="Die Vergangenheit der Zukunft">Die Vergangenheit der Zukunft</a></i> |
1996 <span lang="pl"><i>Tajemnica chińskiego pokoju</i></span>, (dt. <i><a href="Die_Technologiefalle" title="Die Technologiefalle">Die Technologiefalle</a></i>, 2000) |
1999 <span lang="pl"><i>Bomba megabitowa</i></span>, (dt. <i><a href="Die_Megabit-Bombe" title="Die Megabit-Bombe">Die Megabit-Bombe</a></i>, 2003) |
2000 <span lang="pl"><i>Okamgnienie</i></span>, (dt. <i><a href="Riskante_Konzepte" title="Riskante Konzepte">Riskante Konzepte</a></i>, 2001) |
2003 <span lang="pl"><i>DyLEMaty</i></span> |
2006 <span lang="pl"><i>Rasa drapieżców – Teksty ostatnie</i></span> |
2009 <span lang="pl"><i>Sknocony kryminał</i></span> (posthum)
</p><p><b>Verfilmungen:</b>
1960 <i><a href="Der_schweigende_Stern" title="Der schweigende Stern">Der schweigende Stern</a></i> |
1963 <i><a href="Ikarie_XB_1" title="Ikarie XB 1">Ikarie XB 1</a></i> |
1968 <i><a href="Solaris_(1968)" title="Solaris (1968)">Solaris</a></i> |
1972 <i><a href="Solaris_(1972)" title="Solaris (1972)">Solaris</a></i> |
1974 <i><a href="Die_Untersuchung_(Film%2C_1974)" title="Die Untersuchung (Film, 1974)">Die Untersuchung</a></i> |
1978 <i><a href="Testflug_zum_Saturn" title="Testflug zum Saturn">Testflug zum Saturn</a></i> |
2002 <i><a href="Solaris_(2002)" title="Solaris (2002)">Solaris</a></i> |
2007/2011 <i><a href="Ijon_Tichy%3A_Raumpilot" title="Ijon Tichy: Raumpilot">Ijon Tichy: Raumpilot</a></i>
</p>
</div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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